Der Dornenkrieg (1455 – 1485) Part 3

Als Lady Beatrix nach Kerrier zurückkehrte, war sie in einer miserablen Ausgangslage. Die Niederlage bei der Peerage hatte bereits erste Folgen. Einige ihrer Vasallen hatten sich von ihr losgesagt und sich anderen Häusern angeschlossen. Sie wollten nicht mit dem Haus Kerrier untergehen. Das passierte mit einigen Häusern, wenn sie bei der Peerage verloren. Die Niederlage stellte einen schwerwiegenden Makel im Ansehen der Häuser dar.

Die Demütigung

Nur ihre treuesten Vasallen waren Lady Beatrix geblieben. Aber das konnte die Entscheidung des Königs nicht verhindern. Durch die Flucht ihrer Vasallen hatte Lady Beatrix viele Soldaten und noch mehr Land verloren. Daher entschied König Alexander drei Monate nach der Peerage, dass Haus Kerrier nicht mehr zu den großen Adelshäusern von Cornwall zählte. Aufgrund dieser Entscheidung musste Lady Beatrix einen Treueeid leisten und selbst zu einem Vasall werden.

Lady Beatrix schwor Ser Anthony, Lord von Trigg, die Treue. Er war ein alter Freund der Familie. Zugleich der größte Nutznießer von der Flucht von Lady Beatrix‘ Vasallen. Ihr war es zuwider, dass sie vor einem Emporkömmling knien und den Treueeid schwören musste. Das vergrößerte ihre Wut auf den König nur noch mehr. König Alexander hatte ihr alles genommen.

Lady Beatrix´ Plan

Trotz ihrer Wut musste Lady Beatrix zunächst dem König treu ergeben sein sowie seinen Befehlen und Wünschen Folge leisten. Sie musste unscheinbar werden und aus dem Blickfeld ihrer Feinde verschwinden. Sie zog sich auf ihr Anwesen zurück und verwaltete ihre Ländereien in völliger Abgeschiedenheit. Man sah sie nur zu ausgewählten Bällen und den wichtigsten Feiern des Königreiches. Über die Jahre verschwand Lady Beatrix immer mehr aus der öffentlichen Wahrnehmung.

Aber im Geheimen plante sie ihre Rache. Mitte des Jahres 1434 heiratete Lady Beatrix Ser Kevan, Lord von Stratton. Das Haus Greyshire gehörte zu den ältesten in Cornwall. Stratton war die reichste Grafschaft in Cornwall. Ser Anthony musste dem Gesuch stattgeben. Damit hatte Beatrix ihre erste kleine Vergeltung bekommen. 

Der vorgezeichnete Weg

Zwischen den Jahren 1435 und 1443 schenkte Lady Beatrix ihrem Mann drei Kinder – zwei Söhne und eine Tochter. Damit war die Stammeslinie Greyshire-Kerrier gesichert, wie es Lady Beatrix versprochen hatte. Im Gegenzug hatte Ser Kevan seine Unterstützung bei ihrer Bestrebung, Königin von Britania zu werden, zugesichert.

Zu Beginn des Jahres 1445 schien es, das Schicksal gut mit Lady Beatrix und Ser Kevan zu meinen. In Cornwall kam es zum Krieg unter den neun großen Adelshäusern von Cornwall. Der Grund für den Ausbruch des Krieges ist nicht genau bekannt. Es wird aber vermutet, dass Grenzstreitigkeiten zu dem Krieg geführt haben.

Bis ins Jahr 1450 dauerte der Krieg an. Es bildeten sich immer neue Fraktionen und Allianzen, wodurch die Häuser nie wirklich aus dem Krieg ausschieden. Diesen Umstand nutzten Lady Beatrix und Ser Kevan aus. Während des Krieges konnten sie ihr Herrschaftsgebiet immer weiter vergrößern.

Die entscheidende Schlacht führte Lady Beatrix beim Bodmin Moor. Hier stand sie der Armee von einigen kleinen und mittleren Lords gegenüber. Der versprengte Überrest der großen Adelshäuser von Cornwall. Die Schlacht begann zur Mittagsstunde und endete abends mit ihrem Sieg. Lady Beatrix und Ser Kevan hatten alle Adelshäuser von Cornwall unterworfen. Nach fast 30 Jahren war das Haus Kerrier wieder ein bedeutendes Haus des Königreiches. Eine Genugtuung war es, dass König Alexander sie für den Eifer und Einsatz, um den Frieden im Königreich zu wahren, loben musste. Zudem wurden ihre Besitztümer legitimiert, die sie während des Krieges erobert oder unterworfen hatten. Aufgrund ihrer Leistungen wurden Lady Beatrix und Ser Kevan der Titel „Wächter des Südens“ verliehen.