Am Wochenende habe ich mir das Bruce-Springsteen-Biopic angesehen. Die beiden Hauptdarsteller sind Jeremy Allen White und Jeremy Strong. White spielt aktuell Carmen „Carmy“ Berzatto in „The Bear – King of the Kitchen“. Des Weiteren spielte er in der Serie „Shameless“ mit, in der er Phillip Ronan „Lip“ Gallagher verkörperte. Strong spielte in der Serie „Succession“ mit. Dort verkörperte er die Figur des Kendall „Ken“ Roy. Im Biopic ist White Bruce Springsteen und Strong sein Manager Jon Landau.

Fokus auf das Wesentliche

Das Biopic hat mich zutiefst beeindruckt. Denn es hat mich einer Person nähergebracht, die ich vorher nur vom Namen her kannte. Für Bruce Springsteen und seine Musik bin ich etwas zu jung. Aber das ist nicht der Punkt, der mich beeindruckt hat, sondern das Thema des Films. In dem Film geht es nicht um den Höhepunkt seiner Karriere oder einen Tiefpunkt. Es geht um Bruce Springsteen selbst. Seinen Kampf, seinem Leben wieder einen Sinn zu geben. Sein Kampf gegen die Traumata seiner Kindheit spiegelt sich in seinem kreativen und musikalischen Schaffensprozess zu seinem Album „Nebraska“ wider. 

Der Mut zur Ehrlichkeit

Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, der den Verlauf seiner Karriere beeinflusst. Während seine Agentur darauf hofft, dass Springsteen weitere Nummer-1-Hits schreibt und endgültig zum absoluten Weltstar aufsteigt, will Bruce nur leben. Denn er weiß, dass etwas nicht stimmt … etwas nicht richtig ist. Aber dies kann er nicht in Worte fassen oder erklären. Dieses Gefühl, das er verspürt, kann er nur mit seiner Musik ausdrücken. So ignoriert er beispielsweise den Rat, den Song „Born in the USA“ und weitere Lieder für sein neues Album zu verwenden, und konzentriert sich auf sein Album „Nebraska“.

Und das finde ich so faszinierend. Diese Entschlossenheit … jemandem ein Gefühl … eine Emotion … zu vermitteln, die man nicht benennen muss. Das funktioniert so gut. Das Gefühl einer inneren Leere, die Bruce Springsteen zu diesem Zeitpunkt verspürt hatte, musste nicht benannt werden. Jeder, der diesen Film schaut, wird es sofort erkennen. Das ist so beeindruckend.

The Boss

In Springsteen: Deliver Me from Nowhere hat Jeremy Allen White eine Meisterleistung abgerufen. Er verkörpert Bruce Springsteen so hervorragend. Im Gesang hört man stimmlich fast keinen Unterschied. Wie White auf der Bühne performt, ist keine Kopie von The Boss. Jeremy Allen White ist der Boss. Niemand hätte Bruce Springsteen besser verkörpern können als Jeremy Allen White.

Bewertung: 4,5/5 ⭐️