Neben dem Planen der Handlung, von Figuren oder dem Schreiben am Manuskript ist es wichtig, zu entspannen. Dafür hat jeder seine eigenen Präferenzen und Vorlieben. Wichtig dabei ist nur, dass man für ein paar Stunden, vielleicht auch ein paar Tage, das Buchprojekt einfach beiseitelegt. Dadurch befreit man seinen Verstand und gönnt ihm etwas Ruhe. Damit er fürs nächste Mal wieder frisch und klar ist. Ich selber spiele ab und zu eine Partie Schach. Das befreit mich und lässt mich wieder auf das Wesentliche konzentrieren.
Ist Schach schwer?
Schach wird in der Regel als schwer angesehen. Dabei ist es ganz einfach. Die Grundregeln, also wie sich die Figuren über das Feld bewegen, hat man schnell gelernt: Der Bauer kann im ersten Zug maximal zwei Felder nach vorne bewegt werden. Der Springer (Pferd) bewegt sich in einer L-Form über das Brett. Der Bischof (Läufer) wird diagonal über das Feld bewegt. Dabei sind die Felder, auf die er sich bewegen kann, egal. Die Königin (Dame) kann horizontal, vertikal und diagonal über das Feld bewegt werden. Der Turm wird horizontal und vertikal. Sieger*in ist, wer zuerst den gegnerischen König schachmatt setzt. Daneben kann noch durch Aufgabe des Gegners gewonnen werden. Oder man erspielt sich ein Unentschieden.
Das Spiel
Was Schach so schwer macht, sind die dutzenden Taktiken und Strategien, die auf Eröffnungen und Verteidigungen aufbauen. Diese erfordern sehr viel Konzentration und einiges an Lernbereitschaft. Denn Weiß eröffnet immer das Spiel und Schwarz reagiert – was schon die erste Schwierigkeit darstellt. Je nachdem, wie Weiß eröffnet, fallen schon einige Verteidigungen für Schwarz weg. Selbes gilt für Weiß, wenn Schwarz die erste Figur gesetzt hat. Eröffnet man zum Beispiel mit einem Königsindischen Angriff, muss man seine Strategie unter Umständen anpassen. Das bedeutet, man muss nicht nur den Königsindischen Angriff auswendig lernen, sondern mindestens zwei bis drei weitere Eröffnungen, um reagieren zu können sowie unter Umständen die Strategie zu ändern.
Das Elo-System
Vorweg möchte ich sagen, dass ich eine Elo von knapp 900 habe. Die Elo gibt an, wie gut bzw. stark ein Spieler ist. Was mich zu einem Anfänger macht, aber ich spiele Schach auch erst seit fast zwei Jahren. Als Amateur gilt man mit einer Elo zwischen 1200 und 1400. Als Experte ab 2000 bis 2200. Die Großmeister im Schach, wie Magnus Carlsen, Jan Gustafsson oder Hikaru Nakamura, haben eine Elo von 2500 und höher. Anzumerken ist, dass im Schach der Großmeister ein Titel ist, den man sich erspielen muss und dann auf Lebenszeit behält.
Meine Erfahrungen
Wie bereits gesagt, spiele ich seit fast zwei Jahren Schach und habe mich auf 900 Punkte hochgespielt. Vielleicht wäre meine Wertung höher, wenn ich manchmal nicht unkonzentriert und ohne Strategie spielen würde. Das endet fast immer mit einer Niederlage von mir. Deswegen rate ich davon ab, unkonzentriert und ohne Strategie zu spielen. Rückblickend war es ein Fehler, mich anfangs nur mit den Figurenbewegungen zu begnügen. Früheres Lernen von Eröffnungen hätte mir vermutlich zu einer besseren Bewertung verholfen. Da ich viele Strategie- und Aufbauspiele spiele, habe ich mir das Brett immer in zwei Hälften geteilt. Auf der einen habe ich meinen Gegner abgelenkt und auf der anderen Seite meinen Angriff durchgeführt. Dies gelang mir meistens recht gut, weswegen ich mich oft zwischen 780 und 860 Elo-Punkten bewegte.
Aber irgendwann war ich so gefrustet, dass ich mich nicht weiter verbesserte. Der Grund für diesen Frust war, dass ich mehrere Spiele hintereinander verloren hatte und auf 650 Elo-Punkte gefallen war. An dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich für Monate kein Schach gespielt habe. Als ich wieder Lust hatte, Schach zu spielen, habe ich mir im Vorfeld verschiedene Eröffnungen angesehen und eingeprägt. Diese Vorbereitung hat mir sehr geholfen. Binnen eines Monats bin ich von 650 auf 900 Elo-Punkte gesprungen. Jetzt muss ich nur noch an meiner Konzentration arbeiten, damit ich konstant gut spiele.