Morrigan Van Hellsing ist meine Hauptfigur für „Reign of Night – A New Dawn“. Im Verlauf der Handlung betritt sie eine Welt, mit der sie nie in Berührung kommen wollte. Aber das Schicksal hatte anders entschieden. Äußerlich wirkt Morrigan kontrolliert, aufmerksam und etwas schroff. Innerlich ist Morrigan die Figur mit intensiven Gefühlen, inneren Konflikten und einem starken Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Morrigan hat lange gelernt, mit Dingen zu leben, die sie nicht vollständig zu benennen oder zu erklären braucht.
Die Familie
Unter dem Zusammenhalt der Familie Van Hellsing besteht ein Netz aus Geheimnissen, Schutz und Schweigen. Dadurch war Morrigan früh gezwungen, genau hinzusehen, Dinge zwischen den Zeilen zu lesen, und musste alleine verstehen, was um sie herum wirklich passiert. Diese Erfahrung hat Morrigan sehr stark geprägt. Zum Beispiel ist sie misstrauisch gegenüber einfachen Wahrheiten, aber gleichzeitig tief mit ihrer Familie verbunden.
Das Besondere im Einfachen
Was mir persönlich am besten an Morrigan gefällt, ist ihr Widerspruch. Einerseits möchte sie die Menschen, die ihr wichtig sind, beschützen und nichts von dem zerstören, was ihr Halt gibt. Andererseits muss sie sich mit ihrer eigenen Natur auseinandersetzen. Diese vertritt das Gegenteil von dem, was sie eigentlich sein möchte. Daraus entwickelt sich im Laufe der Handlung ein Konflikt zwischen Kontrolle und Instinkt, Vernunft und Gefühl sowie Loyalität und Selbstbehauptung.
Überraschend komplex
Morrigan hat sich schnell zu einer recht komplexen Figur entwickelt. Sie gibt sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden. Gleichzeitig ist sie von Schuldgefühlen geplagt und trotzdem entschlossen, nicht einer wachsenden Dunkelheit in ihr nachzugeben, die nicht nur bedrohlich ist, sondern auch Macht bedeutet. Gerade das macht Morrigan für mich als Protagonistin so interessant. Sie ist nicht perfekt oder leicht greifbar. Und genau deshalb ist sie für mich eine glaubwürdige Figur.