Das Schwierigste und zeitgleich Kreativste, was man beim Schreiben eines Buches machen kann, ist: die Handlung deines Buches planen. Bei meinem allerersten Versuch habe ich einfach drauf losgeschrieben. Nur auf Grundlage einer einzelnen Vorstellung, was in dem Buch passieren sollte. Ohne diesen Gedanken genauer auszuarbeiten. Die Handlung habe ich nur kapitelweise entworfen. Das hatte zur Folge, dass mein Manuskript viel zu lang wurde, es an vielen Stellen überladen war und ich Informationen doppelt und dreifach genannt habe. Und das Wichtigste hatte ich völlig vermasselt. Ich habe die Spannungskurven nicht gut gesetzt gehabt.
Eine gute Strukturierung
Um optimal schreiben zu können und einen guten Überblick über deine Charaktere und deren Entwicklung zu haben, müsst du deine Handlung planen. Dazu gibt es verschiedene Methoden. Ich verwende die 7-Punkte-Methode von Dan Wells. Ich empfinde sie als unkompliziert und sie gibt einen guten Überblick, wie die Handlung verlaufen sollte bzw. kann. Diese sieben Punkte sind: der Hook, der erste Wendepunkt, der erste Druckpunkt, der Mittelteil, der zweite Wendepunkt, der zweite Druckpunkt sowie das Finale/die Auflösung.
Die Funktionen der 7-Punkte
Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass es sich bei den 7 Punkten von Dan Wells um 7 spezielle Kapitel handelt, in denen die Handlung des Buches eine entscheidende Wendung nimmt. Ich hingegen benutze die 7 Punkte eher als Blöcke. Meine gesamte Kapitelanzahl des Manuskriptes verteile ich grob auf diese 7 Blöcke.
Die Aufgabe des Hooks ist es, den Leser neugierig zu machen. Ihn langsam in die Handlung deines Buches hineinzuziehen. Und deswegen benutze ich es eher als Blöcke. In den ersten 3 bis 4 Kapiteln. Stelle ich meine Hauptfigur vor. Deute grob das Problem an, worauf es später hinauslaufen wird. Zudem beleuchte ich noch etwas den Schauplatz beziehungsweise stelle generell die Welt vor. Außerdem zeige ich ein bis zwei Figuren vor, die aus dem Umfeld der Hauptfigur stammen.
Beim ersten Wendepunkt wird die Hauptfigur langsam aktiver in Stellung gebracht. Die Figur wird langsam zum Handeln animiert. Sie kann etwa einen Mentor treffen, der deine Figur unterrichtet.
Der erste Druckpunkt steigert langsam den Druck auf deine Hauptfigur. Außerdem kann der Antagonist zum ersten Mal aktiver in die Handlung eingebaut werden.
Der Mittelteil, auch Midpoint genannt. Stellt einen Wechsel in der Handlung dar. Bis zu diesem Punkt war deine Figur meistens nur der reagierende Part. Zum Beispiel kann er nur auf Angriffe deines Antagonisten reagiert haben oder ist vor Problemen bewusst weggelaufen. Aber während des Midpoints findet ein Haltungswechsel statt. Aus der reagierenden wird eine agierende Figur. Sie beschließt, ein Ziel zu erreichen, wie beispielsweise den Antagonisten zu besiegen.
Der zweite Druckpunkt symbolisiert den absoluten Tiefpunkt in deiner Geschichte. Hier kann beispielsweise der Mentor deiner Figur sterben, ein Verrat innerhalb der Heldengruppe passiert oder deine Figur erkennt, wie stark der Antagonist wirklich ist. An diesem Punkt muss deine Figur glauben, dass es kaum Hoffnung gibt.
Im zweiten Wendepunkt passiert das genaue Gegenteil. Hier passiert etwas, das deiner Figur neue Hoffnung gibt beziehungsweise neue Erkenntnisse erlangt. Beispielsweise kann die Figur erfahren, dass es doch eine Möglichkeit gibt, den Sieg zu erlangen. Oder er findet eine neue Kraft oder Waffe.
Im Finale passieren nur noch zwei Dinge. Erstens, die Konfrontation zwischen deiner Figur und dem Antagonisten ist unausweichlich. Wie diese endet, entscheidest du. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, wie du die finale Konfrontation ausgehen lässt. Zweitens, nach der finalen Konfrontation zeigst du deren Folgen. Das heißt, wie sieht die Welt jetzt aus oder was deine Figur danach macht. Im Grunde zeigst du, wie das Leben weitergeht.