Ein gern gesehenes Detail in einem Fantasy- oder Sci-Fi-Roman ist, wenn Völker ihre eigene Sprache haben. Dieses Detail macht eine Welt noch tiefgründiger und besonderer. Zudem hebt es das eigene Buch von anderen in diesem Genre ab.

Ein lohnender Mehraufwand 

Gute Beispiele dafür sind J. R. R. Tolkien sowie George R. R. Martin. Tolkien war ein studierter Philologe und erschuf die elbischen Sprachen wie Sindarin und Quenya auf Basis seiner wissenschaftlichen Expertise.

Bei Martin liegt der Fall etwas anders. Er hat nur den Grundstein für Dothraki und Valyrisch gelegt. Die Sprachen entstanden erst vollständig, als die Produktion von „Game of Thrones“ begann. HBO hat mit Hilfe des Linguisten David J. Peterson die Sprachen ausgearbeitet. Den besagten Vorgang nennt man Conlang. 

Aber die Gemeinsamkeit ist, dass viel Arbeit und Zeit in der Entwicklung der Sprache steckt. Aus diesem Grund finden die Sprachen in den Fangemeinden so viel Zustimmung. Natürlich ist nicht jeder Autor ein Linguist oder Philologe, um eine Sprache zu entwickeln. Aber in Zeiten des Internets gibt es Ratgeber und Seiten, die einem beim Entwickeln einer Sprache helfen.

Zudem muss sie nicht so tiefgründig ausgearbeitet sein wie für eine TV-Produktion. Aber ein Punkt sollte für die Entwicklung der Sprache erfüllt sein. Die Sprache muss zum Volk passen. Beispielsweise sollte ein kriegerisches Volk keine prosahafte Sprache besitzen, sondern eine strenge oder harte. Zumindest ist es das, was ich mir vorstelle.

Eine kleine Trickserei

Eine recht ungewöhnliche Notlösung ist eine Pseudospra­che. Ich zum Beispiel nutze gerne Pseudo-Latein. Der Trick ist, dass ich Wörter nehme und sie lateinisch klingen lasse. Manchmal nehme ich sogar echte lateinische Wörter und schreibe sie etwas um. 

Ein sehr erfolgreiches Beispiel für die Verwendung von Pseudo-Latein ist das Universum von Warhammer 40K. Viele Begriffe werden dort in Pseudo-Latein ausgedrückt. Beispielsweise Adeptus Astartes als Bezeichnung für die Space Marines oder Astra Militarum für die imperiale Armee. Dadurch klingen sie historisch und gewichtig. Aber vor allem hört es sich echt an, obwohl es kein echtes Latein ist.

Es ist ein okayer Mittelweg zwischen dem Ausarbeiten einer eigenen Sprache und dem Verwenden einer Sprache. Denn die Rechtschreibung, Grammatik etc. bleibt beim Pseudo-Latein gleich.